Warum die Freistellung keine Ersparnis ist

How-tos behandeln das Blockmodell als Personalkostenhebel. Sie schreiben: 50 Prozent arbeiten, dann frei, die Lohnzeile sinkt. Der Satz, der den Zahlungsplan bewegt, steht daneben. In der Arbeitsphase entsteht ein Wertguthaben. Es ist schon verdienter Lohn plus Arbeitgeberanteil, nur mit späterem Termin. Die Freistellungsphase zahlt ihn aus. Neue Verträge zu stoppen leert die bestehende Sicherung nicht.

§ 8a Absatz 1 Satz 1 AltTZG: führt eine Vereinbarung über die Altersteilzeitarbeit im Sinne von § 2 Absatz 2 zum Aufbau eines Wertguthabens, das den Betrag des Dreifachen des Regelarbeitsentgelts nach § 6 Absatz 1 einschließlich des darauf entfallenden Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag übersteigt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Wertguthaben einschließlich des darauf entfallenden Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag mit der ersten Gutschrift in geeigneter Weise gegen das Risiko seiner Zahlungsunfähigkeit abzusichern; § 7e des Vierten Buches Sozialgesetzbuch findet keine Anwendung. Satz 2: bilanzielle Rückstellungen sowie zwischen Konzernunternehmen begründete Einstandspflichten, insbesondere Bürgschaften, Patronatserklärungen oder Schuldbeitritte, gelten nicht als geeignet. Was die Vorschrift nicht verlangt: dass die Freistellung schon begonnen hat. Diese Seite stuft keine Vereinbarung ein.

Warum der Nachweis alle sechs Monate sitzt

How-tos schreiben: Treuhand oder Bankbürgschaft, Nachweis alle sechs Monate, fertig. Absatz 3 Satz 1 verlangt den Nachweis mit der ersten Gutschrift und danach alle sechs Monate in Textform. Das Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21. Oktober 2025, 9 AZR 66/25, hält: mehr als eine Erklärung; Unterlagen, anhand derer der Beschäftigte nachprüfen kann, ob eine insolvenzfeste Absicherung besteht, in die Arbeitgeber und Beschäftigter einbezogen sind, und die das Guthaben vollständig, nicht nur quotal, trägt.

Besteht das Treugut aus Fondsanteilen, zählt analog § 234 Absatz 3 BGB höchstens drei Viertel des Kurswerts. Eine Gruppensicherung, die den Kurswert über der Summe der Guthaben zeigt, kann trotzdem unterdeckt sein. Was die Vorschrift nicht verlangt: dass jemand schon in der Freistellung steht. Diese Seite bewertet keine Treuhand.

Warum ein Monat Hinterlegung setzen kann

How-tos schreiben: Absicherung nachreichen, der Nachweis heilt. Absatz 4 Satz 1: kommt der Arbeitgeber seiner Verpflichtung nach Absatz 3 nicht nach oder sind die nachgewiesenen Maßnahmen nicht geeignet und weist er auf schriftliche Aufforderung des Arbeitnehmers nicht innerhalb eines Monats eine geeignete Insolvenzsicherung des bestehenden Wertguthabens in Textform nach, kann der Arbeitnehmer verlangen, dass Sicherheit in Höhe des bestehenden Wertguthabens geleistet wird. Satz 2: nur durch einen tauglichen Bürgen oder durch Hinterlegung von Geld oder geeigneten Wertpapieren.

Dasselbe Urteil: die Aufforderung braucht Schriftform nach § 126 BGB oder die elektronische Form nach § 126a BGB; eine einfache E-Mail genügt nicht. Ein verspäteter Nachweis setzt den schon geltend gemachten Anspruch nicht mehr ab, auch wenn eine geeignete allgemeine Sicherung bestand. Ist die besondere Sicherheit geleistet, kann die allgemeine Sicherung freigegeben werden. Bis dahin sitzen zwei Sicherheiten auf demselben Guthaben. Was die Vorschrift nicht verlangt: dass das Guthaben ungesichert war. Diese Seite setzt keine Frist und wählt keine Sicherheit.

Warum das nicht die Personalkosten und nicht die Rückstellung ist

Drei Achsen gegen die Personalkosten: Auslöser (bestehende Altersteilzeit gegen Kurzarbeit und Kündigungsfrist), Preis (Sicherung plus Hinterlegung gegen Vorfinanzierung des Kurzarbeitergeldes), Zeitpunkt (erste Gutschrift und sechs Monate gegen Anzeigemonat und drei Monate Ausschluss).

Drei Achsen gegen die Rückstellungen: Auslöser (§ 8a schließt § 7e ausdrücklich aus, gegen jedes Wertguthaben nach § 7b), Preis (volle Hinterlegung nach einem Monat gegen den Beitrag auf der Prüfung nach § 28p), Zeitpunkt (erste Gutschrift gegen den Prüfungstermin). Dieselbe Belegschaft kann beide Kalender tragen. Diese Seite stuft das nicht ein.

Was Keel dazu macht und was nicht

Die Altersteilzeit nach § 8a AltTZG ist keine der sieben Keel-Methoden. Sie ist ein Betrag mit Datum, der im Zahlungsplan fehlt, weil die BWA die halbe Stelle zeigt und nicht die erste Gutschrift, nicht die sechs Monate und nicht den einen Monat bis zur Hinterlegung. Aus Jahresabschluss, aktueller BWA mit SuSa und, wenn sie vorliegt, der Liste der Altersteilzeitverträge entsteht in zwei Werktagen ein Lagebild mit Distress Score von 0 bis 100: welche Zeile die Freistellung nicht leert, welche Sicherung das Guthaben hält, und welche Hebel ohne diese Zeile real sind. Erstanfrage und Lagebild kosten nichts; eine Success Fee fällt nur auf Kapital an, das nachweislich ankommt.

Was Keel nicht ist, gehört dazu: keine Rechtsberatung, keine Kanzlei, kein Arbeitsgericht. Wir stufen keine Vereinbarung ein, rechnen kein Wertguthaben und setzen keine Frist. Ob ein konkreter Block, eine Treuhand oder ein Nachweis im Einzelfall trägt, gehört zum Steuerberater und zum Anwalt.

Nächster Schritt

Die Unterlagen liegen meist schon vor: der letzte Jahresabschluss, die aktuelle BWA mit SuSa und, falls sie im Haus ist, die Liste der Altersteilzeitverträge. Legen Sie sie auf keel.legal ab, hinterlassen Sie Kontakt und Rolle und wählen Sie Termin oder Rückruf. Innerhalb von zwei Werktagen kommen Lagebild, Distress Score und erste Kurzfrist-Angebote zurück.