Warum abziehbar nicht weg heißt

How-tos und Anbieterseiten schreiben den Factoring-Abschlag und das extra Skonto als Betriebsausgabe. Für die Körperschaftsteuer stimmt der Satz. Die Gewerbesteuer rechnet denselben Betrag an einer anderen Stelle wieder hinzu.

§ 8 Nummer 1 GewStG rechnet dem Gewinn „ein Viertel der Summe“ mehrerer Finanzierungsentgelte wieder hinzu, „soweit die Summe den Betrag von 200 000 Euro übersteigt“. In diese Summe gehen nach Buchstabe a die Entgelte für Schulden in voller Höhe. Satz 2 stellt zwei weitere Posten den Entgelten gleich, obwohl kein Darlehen danebensteht: unübliche Skonti und Diskontbeträge bei der Veräußerung von Geldforderungen.

Die Miete nach einem Sale-and-Leaseback sitzt in derselben Summe, mit einem Fünftel (beweglich) oder der Hälfte (unbeweglich). Das besitzt die Seite zum Anlagenverkauf. Hier geht es um den Abschlag auf der Forderungsseite.

Warum der Factoring-Diskont ein Entgelt ist

Satz 2 nennt „die Diskontbeträge bei der Veräußerung von Wechsel- und anderen Geldforderungen“. Echtes Factoring ist genau das: der Verkauf einer Geldforderung. Der Abschlag, der die Auszahlung unter den Rechnungsbetrag drückt, ist deshalb nicht nur Preis. Er ist das Entgelt, das die Vorschrift meint.

Nicht der ganze Abschlag geht in die Summe. Die gleich lautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 2. Juli 2012 und das Gewerbesteuer-Handbuch 2024 rechnen nur den Finanzierungsanteil hinzu. Verwaltungsgebühren, Risikoprämien und Wertermittlungskosten bleiben draußen. Ein Abschlag wegen zweifelhafter Bonität des Kunden ist kein Diskontbetrag.

Unechtes Factoring ist ein Darlehen. Dann gilt Satz 1, nicht die Fiktion des Satzes 2. Ob ein konkreter Rahmenvertrag echtes oder unechtes Factoring ist, beurteilt der Steuerberater. Diese Seite stuft keinen Vertrag ein.

Warum Skonto auf langem Ziel in dieselbe Summe geht

Geschäftsübliche Skonti bleiben draußen. Satz 2 erfasst nur den Aufwand aus Skonti, „die nicht dem gewöhnlichen Geschäftsverkehr entsprechen“, und wirtschaftlich vergleichbare Vorteile, wenn die Forderung vor Fälligkeit erfüllt wird. Treuerabatt und Mengenrabatt gehören nicht dazu.

Die Finanzverwaltung nennt als Beispiel ein Skonto trotz unüblich langem Zahlungsziel. Dann geht der volle Abschlag in die Summe. Genau das ist der Krisenreflex: mehr Nachlass gegen schnellere Zahlung, damit die Lohnwoche schließt.

Die OPOS-Liste zeigt den Nachlass als schnellere Liquidität. Sie zeigt nicht, dass derselbe Nachlass ein Jahr später in der Hinzurechnung sitzt. Ob ein konkretes Skonto noch geschäftsüblich ist, entscheidet der Steuerberater. Diese Seite stuft keine Zahlungsbedingung ein.

Warum 200.000 Euro die Tür sind, nicht die Steuer

200.000 Euro sind ein Freibetrag, keine Freigrenze. Nur der Teil der Summe oberhalb dieser Schwelle wird zu einem Viertel hinzugerechnet. Die Schwelle gilt je Betrieb und je Erhebungszeitraum, seit 2020 in dieser Höhe.

In dieselbe Summe gehen Zinsen in voller Höhe, der Finanzierungsanteil des Diskonts, das unübliche Skonto und die anteiligen Mieten. Ein einzelner Posten unter der Schwelle sagt deshalb nichts. Die Tür öffnet die Addition.

Die Hinzurechnung hängt nicht am Ergebnis. Sie erhöht den Gewerbeertrag auch bei einem Verlust. Ob daraus eine Zahlung wird, entscheidet § 10a GewStG. Sitzt sie im Messbetrag, trägt sie denselben Vorauszahlungskalender wie der Buchgewinn: 15. Februar, Mai, August und November, mit der Möglichkeit der Gemeinde, nachträglich anzuheben. Den Hebesatz setzt die Gemeinde. Diese Seite rechnet ihn nicht.

Was Keel dazu macht und was nicht

Factoring ist die siebte der sieben Keel-Methoden. Die Hinzurechnung entscheidet mit, was vom Ankauf netto bleibt: der Abschlag mindert die Auszahlung in der Woche, und derselbe Finanzierungsanteil kann den Gewerbeertrag des Jahres anheben. Aus Jahresabschluss, aktueller BWA mit SuSa und der OPOS-Liste entsteht in zwei Werktagen ein Lagebild mit Distress Score von 0 bis 100: welcher Abschlag die Lücke schließt, und welche Summe daneben in § 8 Nummer 1 sitzt. Erstanfrage und Lagebild kosten nichts; eine Success Fee fällt nur auf Kapital an, das nachweislich ankommt.

Was Keel nicht ist, gehört dazu: keine Steuerberatung, keine Kanzlei und kein Factoringinstitut. Wir stufen keinen Rahmenvertrag ein, rechnen keinen Messbetrag und sprechen nicht mit der Gemeinde. Das gehört zu Steuerberater und Kanzlei.

Nächster Schritt

Die Unterlagen liegen meist schon vor: der letzte Jahresabschluss, die aktuelle BWA mit SuSa, die OPOS-Liste und, falls er im Haus ist, der Factoringrahmen. Legen Sie sie auf keel.legal ab, hinterlassen Sie Kontakt und Rolle und wählen Sie Termin oder Rückruf. Innerhalb von zwei Werktagen kommen Lagebild, Distress Score und erste Kurzfrist-Angebote zurück.